Fotografie
Als ich gefragt wurde, ob ich Fotografien von handgeschmiedeten Messern anfertigen könnte, war ich zunächst versucht, dies zu verneinen. Mit Messern hatte ich bis dato nicht viel "am Hut" und somit auch keinen Bezug, keine spontane Idee dazu. Doch ich ließ mich darauf ein und versprach, mir die Messer einmal anzuschauen. Dann war ich überrascht, denn was ich sah, war nicht unbedingt das, was ich im Kopf hatte. Ich sah Werkzeuge, ich sah Geschichten, ich sah Kunst. Ja, potenziell auch Waffen. Aber das kam mir als letztes in den Sinn und sollte in meiner späteren Umsetzung keinerlei Rolle spielen.
Nach vielen informativen und inspirierenden Gesprächen mit dem Schmied begann ich, Ideen zu entwickeln, wie ich seine Beweggründe und Gedanken hinter den geschmiedeten Werken umsetzen könnte. Eine große Rolle spielte und spielt bis heute der natürliche Ursprung der Messer. So ging ich los und suchte nach Orten im Wald, am Fluss, in der Weite, denen die einzelnen Messer hätten entsprungen sein können. Orientierung boten und bieten mir bis heute vor allem Formen, Strukturen und Farben.
Doch auch die jeweiligen Geschichten und tiefergehenden Botschaften sind Teil meiner Inspiration. Mythologie und Naturgesetze bilden ebenfalls Ausgangspunkte für die Entwicklung meiner fotografischen Ideen. Einen besonderen Stellenwert hat dabei der Gegensatz und die Ergänzung des Männlichen und Weiblichen. Ich möchte eine weibliche Sicht auf eine klassisch männliche Domäne darstellen.
Damit verbunden ist ein weiteres Anliegen des gesamten Projekts – der Wunsch, eine andere Perspektive auf das in der heutigen Zeit weitestgehend negativ besprochene Thema Messer zu bieten. Es geht darum, die Klingen im besten Sinne zu entschärfen.
Das Messer ist nichts – Es ist der Mensch, der es potenziell zu einer Waffe macht.